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hitec
Das Schneewittchen-Projekt
Erdgassuche am Polarkreis
Sonntag, 9. Oktober 2005, 16.00 Uhr, 3sat
Erstausstrahlung

Mainz (ots)

Unter extremen Bedingungen entsteht vor der Küste
Norwegens derzeit eine gewaltige Anlage zur Erdgasförderung.
„hitec“-Autor Dominic Egizzi begleitet die Norweger bei der
Fertigstellung dieses weltweit einzigartigen Projektes, zeigt die
technischen Fortschritte, die das Projekt ermöglicht haben, und ist
vor Ort, wenn die gewaltige Verflüssigungsanlage von Spanien nach
Norwegen verschifft wird.
Ganz im Norden, in der stürmischen Barentssee am Polarkreis, 130
Kilometer vor der norwegischen Küste liegt ein Schatz unter dem
Meeresgrund. Vor 20 Jahren wurde er in 2.300 Metern Tiefe entdeckt,
jetzt hat man beschlossen, ihn zu heben. Sechs Milliarden Euro werden
in das Vorhaben gesteckt. Der Name des Projekts: Schneewittchen. Der
Schatz: Naturgas. Das Schneewittchen-Projekt ist der erste Versuch in
Europa, eine Lagerstätte Erdgas so weit im Norden und ohne
schwimmende Bauten auszubeuten. Jahrelang rätselte man, wie sich das
Gas gewinnbringend fördern lassen könnte. Die einzig bekannte Methode
lag im Bau einer Plattform. Doch nicht nur die Gefahr für die Umwelt
war zu groß, auch die Kosten hätten nie wieder erwirtschaftet werden
können. Nur durch einen Export in die wichtigsten Märkte könnte sich
der Aufwand lohnen. Doch was tun? Eine Pipeline nach Amerika bauen?
Das Gas aufwändig verschiffen?
Man entschloss sich zu einem nie da gewesenen Schritt: In etwa 300
Metern Tiefe stehen acht „Brunnen“ auf dem Meeresgrund und fördern
das Gas. Zwölf weitere sollen in den nächsten Jahren folgen. Doch
statt das Gas vor Ort zu verarbeiten, soll es dank einer neuen Art
von Pipeline auf die 130 Kilometer vom Gasfeld entfernten Insel
Melköya gebracht und dort verarbeitet werden. Doch auch von dort
lässt sich das Gas nicht ohne enorme Kosten verschicken. Eine
Schlüsseltechnik musste gefunden werden. Und die liegt in der
Verflüssigung des Erdgases. Riesige Kompressoren kühlen das Gas auf
minus 163 Grad herunter. Das so verflüssigte und im Volumen um den
Faktor 600 komprimierte Naturgas wird in riesigen Tanks auf der Insel
gelagert. Auf einem Spezialdock in Cadiz/Spanien entstand bis zum
Sommer 2005 die gewaltige, 35.000 Tonnen schwere
Verflüssigungsanlage. In einem Stück wurde dieses Monstrum dann mit
einem Spezialschiff nach Norwegen transportiert.
Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat
Peter Bernhard (06131 – 706261)
Mainz, 4. Oktober 2005

Original-Content von: 3sat, übermittelt durch news aktuell

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