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Bei Anruf Spam: Werbeattacken über Internet-Telefonie

Hamburg (ots)

Zehn Millionen Deutsche telefonierten im
vergangenen Jahr über Voice over IP (VoIP). Das sind 30 Prozent mehr 
als 2006. Mit dem VoIP-Boom steigt allerdings die Gefahr, 
unerwünschten Werbeanrufen oder gar Hackern beim Telefonieren per 
Internetprotokoll zum Opfer zu fallen. Die Quote für das so genannte 
Spam over Internet Telephony (SPIT) wird im kommenden Jahrzehnt zu 
E-Mail-Spam aufschließen. Somit steht den Internetnutzern mit SPIT 
nach den unerwünschten E-Mails und Instant-Messaging-Nachrichten die 
nächste Plage ins Haus, warnt Steria Mummert Consulting. Unternehmen 
und private Nutzer sind bisher nicht im selben Maße vor Werbeanrufen 
geschützt wie vor Spam-E-Mails. Die Entwicklung ausgereifter 
Anti-SPIT-Filter wird die Internet- und Telekommunikationsbranche 
künftig immer stärker beschäftigen. Dies ergibt die Untersuchung 
"Zukunftsfaktoren 2020" von Steria Mummert Consulting, die zusammen 
mit der FutureManagementGroup und Lünendonk durchgeführt wurde.
Lästige Werbebotschaften im elektronischen Postkasten machen heute
80 Prozent aller versandten E-Mails aus. Sinkende Preise für die 
Internet-Telefonie werden dafür sorgen, dass sich SPIT in Zukunft 
genauso stark ausbreitet wie E-Mail-Spam. Das Medium Internet 
ermöglicht es den SPIT-Absendern, mit Millionen automatisierter 
Anrufe extrem kostengünstig auf Kundenfang zu gehen. Immer mehr 
Call-Center für Werbeanrufe werden entstehen, so das Szenario. 
Bereits heute entwickeln Spammer spezielle Programme und Tools, die 
SPIT-Anrufe automatisch abwickeln können.
Dabei besteht die Gefahr, dass sich Hacker mit gefälschten 
Anruferdaten Zugriff zu Kontoinformationen verschaffen. 
Phishing-Angriffe über VoIP mit gefälschten Teilnehmerinformationen 
werden wahrscheinlich erfolgreicher sein als ihre E-Mail-Gegenstücke.
Der Grund: Die Anti-SPIT-Technologie liegt noch weit hinter Anti-Spam
zurück. Anrufe via Internet mit einer manipulierten Anruferkennung 
sind momentan noch schwierig herauszufiltern. Zudem werden 
Internetnutzer mangels Kenntnis kaum mit einer Phishing-Attacke 
rechnen, wenn im Display ihres VoIP-Telefons Rufnummer und Name des 
Bankberaters erscheinen.
Wirksame Maßnahmen gegen SPIT durch den deutschen oder 
europäischen Gesetzgeber haben nur geringe Erfolgsaussichten. Ebenso 
wie E-Mail-Spam gelangen SPIT-Attacken mehrheitlich aus dem Ausland 
nach Deutschland. Eine Durchsetzung der deutschen oder europäischen 
Vorschriften schlägt somit fehl. Die VoIP-Anbieter sind gefordert, 
eigene Schutzmaßnahmen gegen lästige Telefonwerbung zu entwickeln. Im
Aufbau befinden sich technische Vorkehrungen ähnlich denen, die 
bereits vor E-Mail-Spam schützen. Durch Ausschlusslisten, so genannte
Blacklists, können beispielsweise bekannte Störenfriede aus dem 
VoIP-Netz ausgesperrt werden. Mit dem Anlegen zentral gepflegter 
Teilnehmerlisten stehen die Provider allerdings erst am Anfang. 
Computergenerierter SPIT kann zudem durch Vorschalten von 
interaktiven Komponenten herausgefiltert werden. Hier wird der 
Anrufer etwa zum erneuten Eingeben einer Ziffernfolge aufgefordert. 
Ein SPIT-Erkennungsdienst, der Gesprächsinhalte auf Werbe- oder 
Phishingabsichten hin analysiert, ist jedoch nicht möglich, da das 
Aussortieren vor der Anrufannahme erfolgen muss.
Hintergrundinformationen
Unter der Überschrift "Zukunftsfaktoren 2020" hat die Steria Mummert 
Consulting AG, Hamburg, eine umfassende Untersuchung von 
Zukunftsfaktoren und ihren Auswirkungen auf die Branchen Banken, 
Versicherungen, Energieversorger, Telekommunikation und öffentliche 
Dienstleister vorgelegt. In Zusammenarbeit mit der 
FutureManagementGroup AG, Eltville, und der Lünendonk GmbH, 
Kaufbeuren, wurden auf Basis von 33 identifizierten Zukunftsfaktoren 
über 736 Projektionen, 191 Zukunftschancen und 65 potenzielle 
Überraschungen für Menschen, Unternehmen und andere Organisationen 
abgeleitet.

Pressekontakt:

Steria Mummert Consulting
Susanne Theisen-Canibol
Tel.: +49 (0) 40 22703-8568
E-Mail: susanne.canibol@extern.steria-mummert.de

Faktenkontor
Jörg Forthmann
Tel.: +49 (0) 40 22703-7787
E-Mail: joerg.forthmann@faktenkontor.de

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