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Lausitzer Rundschau: Falsche Freunde Zur AfD und jüdischem Leben in Deutschland

Cottbus (ots)

Von der AfD hat man schon viel Verstörendes gehört. Zum Beispiel, dass Flüchtlinge notfalls mit der Schusswaffe vom Grenzübertritt abgehalten werden sollten, wie ihre Vorsitzende Frauke Petry im vergangenen Jahr meinte. Dass die gleiche Politikerin ihre Partei nun zum "Garanten jüdischen Lebens" in Deutschland ausruft, wirkt da schon überraschend seriös. Ist es bei genauerem Hinschauen aber nicht. Denn Petry, deren politischer Stern in der AfD ohnehin im Sinkflug ist, hat ihre angebliche Sorge um das jüdische Leben mit der pauschalen Diffamierung einer anderen Minderheit verknüpft. Nämlich der hier lebenden Muslime. Petry will nur die eine gegen die andere Gruppe hetzen. Tatsächlich ist bei vielen Muslimen antisemitisches Gedankengut weit verbreitet. Doch das gilt genauso für die deutsche Wohnbevölkerung. Der Antisemitismus jedenfalls ist kein Produkt der jüngsten Flüchtlingswelle, wie Petry suggeriert. Wer sich als AfD-Anhänger trotzdem an den Sympathiebekundungen für das Judentum stört, der weiß ja auch Leute wie Björn Höcke in ihren Reihen. Der Mann hat schon eindrucksvoll bewiesen, dass es auch ganz anders geht: Das Holocaustmahnmal ist für Höcke bekanntlich ein "Denkmal der Schande" und Ausdruck einer "dämlichen Bewältigungspolitik", weshalb für ihn und viele andere in der AfD auch die politische Erinnerungskultur "um 180 Grad" gewendet gehört. Nein, die AfD ist nicht plötzlich vom Saulus zum Paulus geworden. Von einem politischen Kurswechsel kann keine Rede sein. Eine Minderheit gegen die andere auszuspielen, ist genauso schäbig wie alle Minderheiten verachtend in einen Topf zu werfen. Auf solche "Freunde" können die Juden in Deutschland getrost verzichten. Es sind keine.

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