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66. BP Statistical Review of World Energy
Energiemärkte im Wandel: Langfristige Veränderungen zeichnen sich ab

66. BP Statistical Review of World Energy / Energiemärkte im Wandel: Langfristige Veränderungen zeichnen sich ab
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Bochum (ots)

- Starke Ölnachfrage und schwächeres Wachstum bei der Versorgung  
bringen den Ölmarkt wieder ins Gleichgewicht. Hohe Lagerbestände 
dämpfen weiter die Ölpreise.
- Der Energiemix verändert sich, zunehmende Nutzung erneuerbarer 
Energieträger gleicht deutlichen Rückgang bei der Kohlenutzung aus.
- Wachstum der CO2-Emissionen im dritten Jahr unverändert niedrig bei
0,1 Prozent - aufgrund schwacher Energienachfrage und eines 
saubereren Energiemixes.

Die heute vorgestellte Ausgabe 2017 des BP Statistical Review of World Energy zeigt die langfristigen Veränderungen, die die Energiemärkte weltweit durchlaufen. Kurz- und mittelfristig stellen sich die Märkte ebenfalls auf preisbedingte Herausforderungen ein.

Die 66. Ausgabe des Statistical Review liefert klare Belege für diese Veränderungen. Das zeigt sich unter anderem am Trend zu geringeren Wachstumsraten in der weltweiten Energienachfrage, der Ausrichtung der Nachfrage auf schnell wachsende Volkswirtschaften in Asien und der ausgeprägte Wandel hin zu emissionsärmeren Energieträgern, da die erneuerbaren Energieträger weiter wachsen und die Kohlenutzung rückläufig ist.

Gleichzeitig stellen sich die Energiemärkte effektiv auf die aktuellen Herausforderungen ein. So hat sich insbesondere der Ölmarkt im Jahr 2016 an das Überangebot, das in den zurückliegenden Jahren den Markt bestimmte, angepasst.

BP Group Chief Executive Bob Dudley sagte zu den Ergebnissen: "Die globalen Energiemärkte durchlaufen einen Wandel. Die langfristigen Trends, die wir dem Datenmaterial entnehmen können, verweisen auf veränderte Strukturen sowohl auf der Versorgungsseite wie auch in der Zusammensetzung des Energiemixes. Die Welt arbeitet daran, nicht nur die benötigte Energie zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Ausstoß an CO2 zu senken. Zur selben Zeit reagieren die Märkte auf eher kurzfristige Faktoren, hier insbesondere auf die Überversorgung, durch die die Ölpreise in den vergangenen drei Jahren unter Druck geraten sind."

"Um diese Kräfte und ihre Auswirkungen für die Zukunft verstehen zu können, benötigen wir zeitnah zuverlässige Daten. Genau deshalb veröffentlichen wir den Statistical Review - um präzise globale Informationen für die fachliche Auseinandersetzung und Diskussion, sowie eine fundierte Entscheidungsfindung zu diesem Thema in aller Welt bereitzustellen."

Die globale Energienachfrage war 2016 angesichts eines Wachstums von lediglich einem Prozent im dritten Jahr in Folge schwach. Sie belief sich auf nur rund die Hälfte des durchschnittlichen Wachstums der zurückliegenden zehn Jahre. Auch 2016 entfiel nahezu das gesamte Nachfragewachstum auf die schnell wachsenden Volkswirtschaften, wobei China und Indien gemeinsam einen Anteil von fast 50 Prozent für sich verbuchen konnten.

Das niedrige Preisniveau im letzten Jahr führte beim Öl zu einer Nachfragesteigerung von 1,6 Prozent, während die Förderung nur um 0,5 Prozent zunahm. Dadurch fand der Ölmarkt gegen Mitte des Jahres mehr oder weniger wieder ins Gleichgewicht zurück. Die Preise blieben aufgrund des Überhangs an Lagerbeständen dennoch weiter unter Druck. Die niedrigen Preise wirkten sich ebenso nachteilig auf die Förderquoten beim Erdgas aus. Die Förderung stieg nur geringfügig um 0,3 Prozent. Die Gasförderung in den USA ist im letzten Jahr, erstmals seit Beginn der sogenannten Shale Revolution Mitte der 2000er Jahre, zurückgegangen.

Mit einer Wachstumsrate von zwölf Prozent erwiesen sich die erneuerbaren Energien wieder einmal als der am schnellsten wachsende Energieträger. Auch wenn sie immer noch lediglich einen Anteil von vier Prozent an der gesamten Primärenergie ausmachen, entfiel nahezu ein Drittel des Gesamtwachstums der Energienachfrage 2016 auf erneuerbare Energieträger.

Im Gegensatz dazu sank die Nutzung von Kohle - dem CO2-intensivsten fossilen Energieträger - im zweiten aufeinanderfolgenden Jahr erheblich. Sie ging hauptsächlich vor dem Hintergrund sinkender Nachfrage aus den USA wie auch aus China um 1,7 Prozent zurück. Die Kombination aus schwachem Wachstum bei der Energienachfrage sowie der sich wandelnden Zusammensetzung des Energiemixes führte zu einem geschätzten Anstieg der CO2-Emissionen um nur 0,1 Prozent. Damit war 2016 das dritte Jahr in Folge, in dem die CO2-Emissionen praktisch nicht gestiegen sind bzw. rückläufig waren. Diese Werte stellen den niedrigsten über einen Zeitraum von drei Jahren errechneten Durchschnittswert seit der Periode 1981-1983 dar.

Bob Dudley sagte dazu: "Auch wenn wir diese Abweichung von Mustern der Vergangenheit begrüßen, so wissen wir noch nicht, in welchem Ausmaß sie strukturellen Ursprungs ist und somit von Dauer sein wird. Wir müssen unseren Fokus und unsere Anstrengungen unverändert darauf richten, die CO2-Emissionen zu senken. BP befürwortet die Ziele der COP21-Konferenz in Paris nachdrücklich und wir haben uns selbst dazu verpflichtet, unseren Teil dazu beizutragen, damit diese Ziele erreicht werden."

Kernaussagen des Berichtes:

Primärenergie 
- Die globale Energienachfrage stieg 2016 um 1 Prozent - ähnliche 
Größenordnungen von 0,9 und 1,0 Prozent wurden schon 2015 bzw. 2014 
verzeichnet, die allesamt erheblich unter dem Zehnjahresmittelwert 
von 1,8 Prozent lagen. 
- Der Nachfrageanstieg entfiel fast ausschließlich auf schnell 
wachsende Volkswirtschaften. China und Indien verzeichneten hier 
gemeinsam einen Anteil in Höhe von nahezu 50 Prozent des Wachstums.
- Die Energienachfrage in Indien erhöhte sich um 5,4 Prozent und lag 
damit in der Größenordnung der Vorjahre.
- Die Nachfrage in China stieg um 1,3 Prozent, nachdem sie im Jahr 
2015 um 1,2 Prozent gestiegen war. Die Erhöhung betrug damit 
lediglich ein Viertel des Zehnjahresmittelwertes. Diese 
Durchschnittswerte für 2015 und 2016 stellen den niedrigsten über 
einen Zeitraum von zwei Jahren errechneten Durchschnittswert seit der
Periode 1997-1998 dar. Trotz der Verlangsamung des Wachstums ist 
China dank der schrittweisen Nachfrageerhöhung im 16. Jahr in Folge 
das Land mit dem weltweit größten Energiewachstum.
- Die Nachfrage aus den entwickelten OECD-Ländern blieb im 
Wesentlichen unverändert (ein Anstieg von nur 0,2 Prozent). 

Öl
- Der Preis für Dated Brent betrug im Jahr 2016 durchschnittlich 44 
US-Dollar, nachdem er 2015 noch 52 US-Dollar betragen hatte. Das ist 
der niedrigste Durchschnittspreis seit 2004.
- Die globale Ölnachfrage ist stark gestiegen und hat sich um 1,6 
Prozent bzw. 1,6 Millionen Barrel pro Tag (mmb/d) erhöht. Dieser Wert
liegt im zweiten Jahr in Folge über dem Zehnjahresdurchschnitt. In 
Indien (+0,3 mmb/d) und Europa (+0,3 mmb/d) zeigte sich eine starke 
Nachfrageerhöhung, während der Anstieg in China mit (+0,4 mmb/d) 
niedriger als in den vergangenen Jahren ausfiel.
- Das schwache Preisniveau dämpfte das Wachstum der Ölförderung 
weltweit, die sich um nur  0,5 Prozent bzw. 0,4 Millionen Barrel pro 
Tag erhöhte - der niedrigste Anstieg seit 2009.
- Im Rahmen dieser Gesamtfördermenge wuchs die Förderung der 
OPEC-Staaten um 1,2 Millionen Barrel pro Tag. Signifikante 
Steigerungen wurden aus dem Iran (+0,7 mmb/d), Irak (+0,4 mmb/d) und 
aus Saudi-Arabien (+0,4 mmb/d) vermeldet.
- Im Gegensatz dazu ging die Förderung außerhalb der OPEC um 0,8 
Millionen Barrel pro Tag zurück, der größte Rückgang pro Jahr seit 
ca. 25 Jahren. Die umfangreichsten Förderrückgänge verzeichneten die 
USA (-0,4 mmb/d) sowie China und Nigeria (jeweils -0.3 mmb/d). 

Erdgas
- Der globale Verbrauch an Erdgas stieg 2016 um 1,5 Prozent und lag 
damit unter dem Zehnjahresmittelwert von 2,3 Prozent. Allerdings 
verzeichneten Europa (+6 Prozent), der Mittlere Osten (+3,5 Prozent) 
und China (+7,7 Prozent) starke Erhöhungen.
- Die weltweite Förderung von Erdgas erhöhte sich um lediglich 0,3 
Prozent. Dies war der niedrigste Wachstumswert seit 34 Jahren 
(abgesehen von der Finanzkrise). Angesichts niedrigerer Gaspreise war
die Förderung von Erdgas in den USA erstmals seit Beginn der Shale 
Gas Revolution rückläufig. Dank der Inbetriebnahme neuer LNG-Anlagen 
ist die Gasförderung in Australien signifikant gestiegen.
- Bedingt durch neue Fördermengen aus Australien sind die weltweiten 
Importe bzw. Exporte von LNG um 6,2 Prozent gestiegen. Da weitere 
neue Projekte demnächst in Betrieb gehen werden, ist davon 
auszugehen, dass die Produktion von LNG in den nächsten drei Jahren 
um ungefähr 30 Prozent steigen wird.
- Die Zunahme der LNG Handelsaktivitäten reflektiert eine andauernde 
Verschiebung in Richtung einer stärkeren Marktintegration. Ebenso 
erhöhen steigende Volumina mit LNG über Verträge mit kürzeren 
Laufzeiten oder kleineren Vertragsmengen oder gar ohne Vertrag die 
Flexibilität und den Wettbewerb auf den Märkten.

Kohle
- Mit einem Rückgang um 1,7 Prozent bzw. 53 Millionen Tonnen 
Erdöläquivalent (Mtoe) war der globale Verbrauch an Kohle im zweiten 
aufeinanderfolgenden Jahr rückläufig. Dadurch ging der Anteil, den 
die Kohle an der Primärenergieförderung hält, auf 28,1 Prozent und 
somit den niedrigsten Stand seit 2004 zurück.
- Der Rückgang ist hauptsächlich auf den gesunkenen Verbrauch in den 
USA (-8,8 Prozent bzw. -33 Mtoe) und China (-1,6 Prozent bzw. -26 
Mtoe) zurückzuführen.
- Die weltweite Kohleförderung sank um 6,2 Prozent bzw. 231 Mtoe, den
größten jemals verzeichneten Rückgang. Der Förderrückgang entfiel in 
erster Linie wiederum auf China (-7,9 Prozent bzw. -140 Mtoe) und die
USA (-19 Prozent bzw. -85 Mtoe.).
- In Großbritannien hat sich der Kohleverbrauch mehr als halbiert (- 
52,5 Prozent) und ist auf ein Niveau zurückgefallen, das zuletzt zu 
Beginn der Industriellen Revolution vor ungefähr 200 Jahren 
verzeichnet wurde. Die Energiebranche in Großbritannien hat im April 
2017 erstmals einen "kohlefreien" Tag proklamiert. 

Erneuerbare Energieträger
- Auch im Jahr 2016 waren die erneuerbaren Energien der am 
schnellsten wachsende Energieträger. Ohne Berücksichtigung der 
Energieerzeugung aus Wasserkraft wuchs die Gewinnung von erneuerbarer
Energie um 12 Prozent. Selbst wenn dieser Wert unter dem 
Zehnjahresdurchschnitt von 15,7 Prozent liegt, stellt er dennoch den 
größten jemals verzeichneten schrittweisen Anstieg pro Jahr dar. Der
Anstieg um 55 Mtoe fällt größer aus als der Rückgang im 
Kohleverbrauch. Erneuerbare Energien besitzen nun einen Anteil von 
geringfügig weniger als 4 Prozent an der Primärenergiegewinnung.
- Mehr als die Hälfte des Anstiegs an erneuerbarer Energie entfiel 
auf den Windsektor, der 16 Prozent zulegte. Der Bereich Solarenergie 
wuchs um 30 Prozent. Auch wenn nur 18 Prozent der erneuerbaren 
Energiegewinnung auf die Solarenergie entfällt, so entfiel ungefähr 
ein Drittel des  Gesamtwachstums der erneuerbaren Energien auf die 
Solarenergie.
- 2016 wurde China der weltweit größte Einzelproduzent von 
erneuerbarer Energie und verdrängte damit die USA von dieser 
Position. Die Region Asien-Pazifik überholte zudem Europa und 
Eurasien und ist jetzt die Region mit der größten Energiegewinnung 
aus erneuerbaren Energien. 

Weitere Energieträger 
- Die Energieerzeugung durch Kernkraft erhöhte sich 2016 weltweit um 
1,3 Prozent bzw. 9,3 Mtoe. Dieses Nettowachstum wurde ausschließlich 
durch einen Anstieg der chinesischen Energiezeugung durch Kernkraft 
um 24,5 Prozent erreicht. Die Erhöhung um 9,6 Mtoe war die größte 
schrittweise Steigerung, die seit 2004 für ein einzelnes Land 
verzeichnet worden ist.
- Die Energieerzeugung aus Wasserkraft wuchs 2016 um 2,8 Prozent bzw.
27,1 Mtoe. Auch hier waren China und die USA die Länder mit dem 
größten Wachstumsschritt.

Hinweis für Redaktionen:

Der BP Statistical Review of World Energy 2017 (auf Englisch) kann über folgenden Link heruntergeladen werden: http://www.bp.com/de_de/germany/energie-analysen/bp-statistical-review.html

Ausgewählte Grafiken auf Deutsch finden Sie hier: http://www.bp.com/de_de/germany/presse/pressemeldungen/2017_pm_energiemaerkte-im-wandel.html

Weitergehende Statistiken, Videos und Datenblätter finden Sie in englischer Sprache auf den Seiten der BP Gruppe unter: http://www.bp.com/statsreview

Pressekontakt:

BP Europa SE/ Bereich Presse & Externe Kommunikation
Rückfragen bei:
Peter Alexewicz
Tel.: (0234) 4366-3860
www.bp-presse.de

Original-Content von: BP Europa SE, übermittelt durch news aktuell

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