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Der Tagesspiegel: Stiftungsverband sieht durch Reform die Chance auf eine vierfache Zahl von Stiftungen

Berlin (ots)

Der Bundesverband Deutscher Stiftungen verspricht
sich viel von der Reform, die Bundesfinanzminister Peer Steinbrück 
(SPD) zur Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements vorantreibt. 
Der Entwurf sei "insgesamt sehr positiv", sagte Generalsekretär Hans 
Fleisch dem "Tagesspiegel am Sonntag". "Ich hoffe, dass wir damit die
Zahl der Stiftungen in den nächsten 25 Jahren vervierfachen können. 
Dann könnten wir der nächsten Generation mehr als nur Schulden 
hinterlassen." Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Bürsch, 
Vorsitzender der Projektgruppe "Reform des Gemeinnützigkeits- und 
Spendenrechts", spricht von einem "Signal, das den Stiftungsboom in 
Deutschland befördern könnte". Ebenfalls optimistisch ist Dietmar 
Wischnewski, Direktor bei der Deutschen Bank und für die Betreuung 
von Stiftungen verantwortlich. "Wir registrieren in den vergangenen 
Jahren eine wachsende Zahl von Stiftungen, die insbesondere immer 
öfter von Privatleuten ins Leben gerufen werden." Steinbrücks Pläne 
"würden einen steuerlichen Anreiz für Stifter schaffen, mehr 
Stiftungskapital zu dotieren. Es würde also mehr Geld in Stiftungen 
fließen." Das werde wiederum die Stiftungsszene in Deutschland 
stärken, sagte Wischnewski.
Andere Experten sind skeptisch, wie groß die Wirkung der geplanten
Reform tatsächlich sein wird. "Steinbrück hat schöne Bonbons 
verteilt", sagte Rupert Graf Strachwitz, der Chef des Maecenata 
Instituts für Philanthropie und Zivilgesellschaft in Berlin. "Sie 
verdecken aber die Tatsache, dass sich am Umgang des Staates mit der 
Zivilgesellschaft nichts geändert hat." Strachwitz fordert weiter 
gehende Reformen - und einen Rückzug des Staates aus der 
Stiftungskontrolle. Statt Finanzbeamten die Entscheidung zu 
überlassen, ob eine Stiftung gemeinnützig - und damit steuerbefreit -
sei oder nicht, sollte das eine unabhängige Wohltätigkeitskommission 
übernehmen, meint er. Zudem müssten aber auch Stiftungen verpflichtet
werden, Auskunft über die Verwendung ihrer Gelder zu geben, um 
Vertrauen zu schaffen. In den USA gibt es diese Transparenzpflicht 
seit 1969. In dem Jahr habe dort auch der Stiftungsboom begonnen.
Inhaltliche Rückfragen richten Sie bitte an:
Tagesspiegel am Sonntag, Redaktion Wirtschaft, Telefon: 030/26009-260

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


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